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Medienkonferenzen – 28.03.2022 – Dienststelle für Landwirtschaft

Weinbau – Falscher Mehltau – Bilanz 2021 und Aussichten 2022

Die Rebpilzkrankheit Falscher Mehltau verursachte 2021 historische Schäden im Weinbaugebiet, sowohl bei konventionellen als auch bei biologischen Produktionsverfahren. Mit 22,7 Millionen Kilogramm eingekellerter Trauben war die Weinernte 2021 die schwächste seit 1966. Dennoch bleibt dieses Ereignis aussergewöhnlich und so sollte die neue Weinbausaison, die nun beginnt, mit Gelassenheit angegangen werden.

In der überwiegenden Mehrheit der Walliser Weinberge wurden die Schnittarbeiten wie gewohnt in diesem Frühjahr durchgeführt. Dies ist ein positives Signal der Traubenproduzenten, nachdem das Jahr 2021 von der schwächsten Ernte seit 1966 geprägt war. Hauptursache dafür war der Falsche Mehltau, dessen beispielloses Ausmass durch die Wetterbedingungen begünstigt wurde. Letztere hinderten die Winzerinnen und Winzer daran, rechtzeitig und richtig einzugreifen, unabhängig davon, ob sie konventionell oder biologisch arbeiten. Dies geht aus den wissenschaftlichen Daten von Agroscope hervor. Sie veranschaulichen die verheerende Wirkung der starken und anhaltenden Regenperioden zwischen Mitte Juni und Mitte August in Verbindung mit starkem Rebwachstum.

Daher muss dieses Ereignis als aussergewöhnlich betrachtet werden. Ein durch Falschen Mehltau verursachter Ausbruch hängt nicht von der vorangegangenen Saison ab, sondern von den Wetterbedingungen des laufenden Jahres. Das Jahr 2021 hat gezeigt, wie wichtig die Beobachtung der Weinberge und der Informationsaustausch unter Winzerinnen und Winzern ist. Aus diesem Grund geben die Dienststelle für Landwirtschaft, Agroscope und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) während der gesamten Saison regelmässig Mitteilungen zum Pflanzenschutz und technische Ratgeber heraus. Es gibt auch Entscheidungshilfen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, wie die Plattform agrometeo.ch. In jedem Fall ist es wichtig, die eigenen Parzellen zu kennen (Empfindlichkeit der Rebsorten, Wuchs und Frühreife der Parzellen, Anbausystem), die empfindlichsten Parzellen, die vorrangig zu behandeln sind, zu definieren, und die gesamte Laubarbeit konsequent durchzuführen. Letztendlich liegt der Erfolg bei der Bekämpfung von Pilzkrankheiten wie dem Falschen Mehltau unabhängig von der Produktionsmethode in vier Schlüsselpunkten: Eingreifen zum richtigen Zeitpunkt, mit dem richtigen Produkt, der richtigen Dosierung und der richtigen Anwendung.

Die neue Saison beginnt, während der Walliser Weinbausektor vor zahlreichen grossen Herausforderungen steht, insbesondere in Bezug auf die Struktur und die Bestockung der Weinberge, den Pflanzenschutz oder noch den Nachwuchs. Der Staat Wallis engagiert sich auf Kantonsebene stark, indem er einen Zusatzkredit von 14 Millionen Franken für die Traubenproduzenten bereitstellt, mit der Branche an der Definition einer Vision 2035 arbeitet, zur Risikoreduktion beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln beiträgt oder mit Agroscope in Forschungsprogrammen zusammenarbeitet. Der Kanton engagiert sich auch auf Bundesebene, indem er die Grundsätze einer Ernteversicherung, eines A-fonds-perdu-Beitrags für die Erneuerung des Pflanzenkapitals und einer Klimareserve unterstützt.

 

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